Philosophische Betrachtung über Menschen im Allgemeinen und im Besonderen

Nicht zu fassen, aber den ersten Preis des Mischlingswettbewerbs haben sie doch tatsächlich unter Klara und Zorro aufgeteilt. Dabei hätte er ihr wirklich allein gebührt! Wer hat bloß diese Jury zusammengestellt?
Immerhin freut es mich für Bulldoggen-Sheltie Bombastica, dass sie den zweiten erhielt. Hat sie aber auch wirklich verdient – vor allem, wenn man bedenkt, was sie im Vorfeld durchmachen musste. Übrigens konnte ich schon fünf Hunde davon überzeugen, dass es besser ist, in der Gartenstraße nicht an Autoreifen zu pinkeln.
Und der dritte Preis, wer hat den gewonnen? Ach ja, Fantasy – und zwar hauptsächlich, weil sie schließlich so mutig war, doch noch mal den Laufsteg zu betreten. Nicht zuletzt hat sie das ihrem Menschen zu verdanken, weil er so viel Sicherheit ausstrahlte und sie damit bestärkte.
Dann gab’s noch einen Sonderpreis für’s außergewöhnlichste Team. Den ergatterten Foxterrier-Labrador-Zwergpinscher-Hündin Mieze und ihre Katze Bella.

„Wenn auch nicht alle Hunde – und Katzen – gewinnen können, so sind sie doch alle gleichermaßen liebenswert“, tröstete die Moderatorin nach der Siegerehrung die Teilnehmer und ihre Menschen. Hat sie das nicht schön ausgedrückt?

Apropos Menschen – die sind ja angeblich auch alle gleich, heißt es in der Flimmerkiste ständig, vor allem in den Nachrichten.
Also – demnach, was sie sich beim Spaziergang, im Wartezimmer, usw. immer wieder erzählen, scheinen sie das aber selbst überhaupt nicht zu glauben.
Da ereifern und streiten sie sich zum Beispiel über Schwarze, Rote, Grüne und Gelbe, (wobei ich bislang nur Erstere tatsächlich schon leibhaftig gesehen habe).

Wir Hunde urteilen nicht nach Farben oder Formen. Uns ist es egal, ob ein Artgenosse schwarz ist, braun, einfarbig, gescheckt, getupft, gesprenkelt oder oder oder…
Wobei ich leider einräumen muss, dass schlechte Angewohnheiten und negative menschliche Ansichten mittlerweile auf manche unserer Spezies abfärben.

Dieser Tage im Wartezimmer: „Sie gefällt mir nicht, trägt so ein eng gestreiftes Fell“, sagt doch tatsächlich ein Rottweiler. Dabei kann gerade der froh sein, dass er überhaupt noch eins trägt. Manch einer würde Vertretern seiner Rasse das Fell am liebsten über die Ohren ziehen, auch wenn sie niemals irgendwem – ob Zwei-, Vier-, Sechs-, Acht- oder Sonstwievielbeinern -, auch nur ein Härchen gekrümmt haben.
Aber es kommt noch schlimmer. Glaubt ihr etwa, auch nur einer meiner anderen Patienten würde dagegen Einspruch erheben?
Na ja, ein Whippet, aber der stört sich rein an Äußerlichkeiten. „Das nennt man gestromt“, belehrt er den Rotti hochnäsig und beginnt aufzuzählen: „Es gibt dunkel Gestromte, hell Ge…“ „Grrrrrrrr“, unterbreche ich ihn, kann es nicht mit anhören.
„Da fällt mir etwas ein“, piepst ein Chihuahuamädchen, „hab ich im Fernsehen gesehen, ehrlich. Da leben Labradore mit Menschen in Zimmerchen mit gestreiften Fenstern. Wenn die Sonne reinscheint, sind sogar die Böden gestreift, und die Menschen tragen immer gestreifte Sachen, und die Labradore sollen dafür sorgen, dass sie sich bessern.“
„Wer – die Sachen oder die Menschen?“, spöttelt ein Pudel, wahrscheinlich ein intellektueller Zyniker.

Nun – glücklicher Weise sind Diskriminierungen bezüglich von Äußerlichkeiten unter uns die Ausnahme. Noch. Den allermeisten Hunden und – zugegebenermaßen auch Katzen sowie anderen Tieren -, ist das Aussehen ihrer Mitgeschöpfe völlig wurst.

Apropos Wurst: Unfassbar, aber wisst ihr schon, dass es unter Menschen auch heute noch Kannibalen gibt – oder wenigstens solche, die es gern wären? „Ob grün, gelb, schwarz oder rot“, höre ich kürzlich beim Spaziergang jemanden sagen, „die kannst du alle in einen Topf werfen.“

Andere sind da zumindest ein bisschen geschmackvoller, wenn auch nicht weniger grausam: „Am besten alle Politiker in einen großen Sack, zubinden und im tiefsten See versenken!“
Ja, tatsächlich, ihr dürft es mir glauben, das hat ein Mensch gesagt, erst gestern am Bankschalter. Und er meinte damit Artgenossen, denn Politiker – das weiß ich genau, wenn’s auch manchmal schwer fällt, es zu glauben -, Politiker sind auch Menschen.

Wenn euch dazu was einfällt und ihr Lust habt, dürft ihr es mir gern mitteilen, wuff! Ansonsten bis zum nächsten Mal, und macht’s gut – euer Tristan

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