Kleiner Leitfaden: Menschen artgerecht erziehen!

Unsere Menschen müssen wir ein Leben lang erziehen! Das gilt nicht nur für Hunde, sondern auch für alle anderen Menschenbesitzer.
Natürlich verfügen wir Hunde darin über die längste Erfahrung, weil schon unsere wölfischen Vorfahren sich Menschen hielten. Wer diese Tradition ursprünglich eingeführt hat und warum, das ist ja immer noch umstritten.

Ich persönlich glaube, es müssen besonders mitfühlende Wölfe gewesen sein, die nicht mehr mitansehen konnten, wie hilflos diese neuartigen Wesen waren, die da von den Bäumen stiegen. Nicht mal ein eigenes wärmendes Fell konnten sie sich wachsen lassen! Das gelingt ihnen ja bekanntlich bis heute nicht.
Sagt selbst, liebe Mithunde, mussten unsere Vorfahren da nicht unbedingt eingreifen und ihnen bei der Jagd helfen, damit sie endlich etwas Vernünftiges bekamen – sowohl auf die Knochen als auch auf die bibbernde Haut?

Und wie, so frage ich euch, hätten sie sich gegen Angriffe wehren sollen? Andere Tiere, wie beispielsweise Hunde, können in bedrohlichen Situationen eine beeindruckende Bürste aufstellen und prächtige Reißzähne präsentieren.
Gegen Kälte sind sogar fliegende Zweibeiner besser ausgestattet als Menschen. Sie plustern sich einfach auf. Unseren Menschen sträuben sich höchstens die paar lächerlichen Härchen auf Armen und Beinen, so dass sie aussehen wie gerupfte Gänse.
Nebenbei bemerkt: Seltsam, dass die sich nicht über sie totlachen, wo sie doch mitunter ziemlich frech sein können.
Doch zum Glück gibt’s ja uns, insbesondere uns Hütehunde. Nicht nur wandelnden Wollpullis zeigen wir, wo’s lang geht und machen sie gefügig. Wir kümmern uns auch hervorragend ums Geflügel – ob auf der Wiese oder im Fressnapf, wau wau!

Halten wir mal fest: Ohne uns Hunde wären Menschen nur in einer Hinsicht vollkommen, nämlich vollkommen aufgeschmissen!
Allerdings neigen sie immer wieder dazu, das zu vergessen, obwohl ihr Gehirn – zugegebenermaßen – leidlich gut entwickelt ist.
Also muss man es ihnen rechtzeitig in Erinnerung rufen. Wichtig dabei: erste Anzeichen erkennen und sofort konsequent gegensteuern! Dabei kommt es auf das richtige Timing an. Wirklich, das dürfen wir niemals unterschätzen!

Eine konsequente Grunderziehung bildet natürlich die Basis für ein gutes Zusammenleben, aber sogar unterwürfige Menschen wollen sich in mehr oder weniger großen Abständen profilieren. Ich spreche da nicht nur aus eigener Erfahrung.
Typische Klagen meiner Patienten lauten beispielsweise: „Jetzt liege ich schon seit Wochen nach jedem Spaziergang gemütlich auf meinem Sofa, völlig unbehelligt. Da versucht er plötzlich wieder, mich runter zu schmeißen!“
Manchmal – und das nimmt leider bedenklich zu -, werden Menschen auch erst von Artgenossen auf dumme Ideen gebracht.
Berichtet mir doch kürzlich ein Patient fassungslos: „Stell dir nur vor, Tristan, neuerdings kommt jeden Dienstag so ein Typ, nennt sich ‚Hundepsychologe‘ und redet meinem Menschen ein, ich hätte in ’seinem‘ Bett nichts zu suchen. Was sagst du dazu???“
Tja, was soll ich dazu schon sagen? „Freilich hast du dort nichts zu suchen. Betten sind schließlich zum Schlafen da.“
Wie können Menschen nur so dumm sein???

In einem verblüffend ähnlich gelagerten Fall behauptet ein Typ gegenüber dem Menschen einer Patientin, sie hätte im Bett nichts verloren.
Also noch verrückter geht’s ja nun wirklich nicht, oder?!
Ich frage euch: Wie kann man im Bett überhaupt etwas verlieren? Zumal besagte Patientin kein bisschen zerstreut ist und immer sehr auf Kauknochen und dergleichen achtet.

Tage später stellt sich durch einen Zufall übrigens heraus, dass es sich bei beiden Typen um ein und denselben handelt.
Also der gehört ja nun wirklich auf die Couch!!!

In zwei Wochen kommen wir dem „Monster aus der Gartenstraße“ auf die Spur. Bis dahin macht’s gut – euer Tristan

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